Physiopark Akademie News

Rehabilitation nach Knie-TEP – was die aktuelle Evidenz empfiehlt

Prähabilitation, Frühphase, Mobilisation, Krafttraining & Return to Sport
Auszug aus unserem "Physiogramm" · Autor: Andreas Lieschke · Physiopark Akademie

Kurz gesagt: Nach einer Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) entscheidet nicht ein einzelnes „Wundermittel“ über den Reha-Erfolg, sondern das Zusammenspiel aus früher, aktiver Belastung, konsequenter Progression und kriterienbasierter Steuerung. Die Evidenz seit 2020 zeigt konsistent moderate, aber outcome-spezifische Vorteile für progressives Krafttraining, gezielte NMES bei ausgeprägter Quadrizepshemmung und sensomotorisches Add-on-Training (Wei et al., 2024; Peng et al., 2021).

Zu diesem Thema können sich die Abonnent*innen unseres Newsletters kostenlos unser Physiogramm herunterladen. Den Newsletter kannst du ganz einfach bestellen auf: https://bit.ly/3RgIAmi

1. Prähabilitation

  • Strukturiertes Krafttraining vor der OP (4–6 Wochen) verbessert quadrizepsdominierte Alltagsleistungen und reduziert Komplikationsraten.
  • Positive Effekte sind vor allem in den ersten 6 Monaten nachweisbar.

2. Frühphase & Schwellungsmanagement

  • Ödem, Schmerz und Muskelhemmung limitieren die frühe Aktivierung; NMES (neuromuskuläre elektrische Stimulation) am Quadrizeps ist besonders wirksam.
  • Schwellungsmanagement (Kompression, Kühlung, Hochlagerung, aktive Fußpumpen) ist essenziell für den Reha-Erfolg.

3. Mobilisation

  • Frühe, gesteuerte Flexionsarbeit ist entscheidend, um ein Extensionsdefizit oder Flexion < 90° zu vermeiden.
  • Aktive Widerstandsübungen und ggf. manuelle Therapie unterstützen die Beweglichkeits- und Schmerzentwicklung.

4. Krafttraining

  • Progressives Widerstandstraining ist das Rückgrat der Reha und verbessert Funktion, Kraft und Schmerz.
  • Bei Belastungslimitierung ist Blood Flow Restriction Training (BFR) eine evidenzbasierte Option.
  • Sensomotorisches Training ergänzt sinnvoll zur Verbesserung von Balance und Funktion.
  • Steuerung der Reha sollte kriterienbasiert (z. B. 30 s STS, TUG, MVIC, ROM) erfolgen, nicht zeitbasiert.

5. Return to Sport (RTS)

  • RTS erfolgt kriterienbasiert, nicht kalenderbasiert. Die Rückkehr zum Sport ist individuell und schrittweise.
  • Walking und Schwimmen sind früh möglich, andere Sportarten wie Radfahren, Golf oder Skifahren ab 6–24 Wochen.
  • Ein hohes Aktivitätsniveau erhöht das Revisionsrisiko in den ersten 12 Jahren nicht.

Take Home

  • Erfolgreiche Knie-TEP-Reha basiert auf frühzeitiger, aktiver Belastung, konsequenter Progression und kriterienbasierter Steuerung.
  • Kleine statistische Verbesserungen sind nicht immer klinisch relevant – patientenrelevante Benchmarks sind entscheidend.
Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.